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Selbstheilung: Aberglaube oder wissenschaftlich bestätigte Regeneration?

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Der Kopf als Steuerungsinstanz des Körpers und somit auch seiner Fehlfunktionen bildet das Zentrum der Theorie von der natürlichen Regeneration. Viele Menschen sind überzeugt davon, dass der Körper sich am besten selbst helfen kann. Meditation, Stressreduktion oder die Aktivierung positiver Gedanken helfen demnach gegen Ängste, Depressionen, Hauterkrankungen oder sogar Krebs.

Viele dieser Annahmen konnten bisher nicht wissenschaftlich bestätigt werden. Bei der Unterstützung der Heilung durch eine angemessene Diät kann zumindest bestätigt werden, dass eine ungesunde Ernährung die Heilung bestimmter Krankheiten oder Fehlfunktionen des Körpers negativ beeinflussen kann.

Das große Angebot apothekenpflichtiger Unterstützer des Immunsystems geht von der Vorannahme aus, dass das Immunsystem durch Zuführung bestimmter Stoffe gestärkt werden kann. In der Wissenschaft ist die Stärkung der Abwehrkräfte jedoch nicht einmal ausreichend erforscht. Zwar ist sicher, dass ein Mangel an Selen und Zink beispielsweise die Ursache für eine schlechte Wundheilung sein können, die vorsorgliche Einnahme dieser Stoffe ist für Gesunde jedoch nicht immer zu empfehlen.

Tritt bei einer selbstdiagnostizierten Krankheitserscheinung nach der Durchführung einer selbstbestimmten Therapie Besserung ein, wird das oft auf die Therapie bezogen, obwohl die Besserung womöglich auch unbehandelt eingetreten wäre. Oder man fällt in solchen Fällen einem Trugschluss zum Opfer, wenn man den Heilungserfolg auf die Selbstheilungskraft des Körpers zurückführt.

Sport hilft dagegen in gesundem Maß nachweislich, besser gegen Infekte und andere Krankheiten gewappnet zu sein. Das liegt an dem Training des Immunsystems, das der Körper bei der Regeneration nach dem Sport durchmachen muss.

Die bloße Bekämpfung der Symptome hat zusätzlich den gefährlichen Nachteil, dass die Ursachen bestehen bleiben und die Erkrankung chronisch werden kann. Die Verteufelung der Medizin kann daher genauso gefährlich für den Körper werden, wie eine negative Grundeinstellung, die den Körper womöglich tatsächlich daran hindert, seine Energiereserven für die Heilung aufzuwenden.
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